Erfolgsgeschichte

Weltkrebstag 2026: BBMRI.at-Partner unterstützen Krebsforschung durch Biobanking

Am Weltkrebstag 2026 zeigt BBMRI.at, wie Biobanken zur Krebsforschung beitragen, indem sie einzigartige Spenden von Patient*innen in wertvolle Ressourcen für wissenschaftliche Durchbrüche umwandeln. Unter dem globalen Motto „United by Unique“ demonstriert BBMRI-ERIC, wie seine nationalen Knotenpunkte zur Krebsforschung beitragen. Der BBMRI.at-Partner Medizinische Universität Graz zeigt, wie patientenspezifische Tumormodelle die translationale Forschung beschleunigen und die Wissenschaft näher an die personalisierte Krebsbehandlung bringen.

Weltkrebstag 2026: "United by Unique"

 

Der Weltkrebstag, der jährlich am 4. Februar unter der Leitung der Union for International Cancer Control (UICC) stattfindet, schärft das Bewusstsein, fördert die Prävention und regt zu Maßnahmen zur Verringerung der weltweiten Krebsbelastung an. Krebs ist nach wie vor die zweithäufigste Todesursache weltweit. Durch wirksame Prävention, Früherkennung und rechtzeitige Behandlung könnten jedoch Millionen von Menschenleben gerettet werden. Mehr als ein Drittel aller Krebsfälle könnten verhindert und ein weiteres Drittel könnte geheilt werden, wenn die Krankheit frühzeitig erkannt und richtig behandelt werden würde.

 

Das Motto der Weltkrebstag-Kampagne für 2025–2027 „United by the Unique“ („Vereint durch das Einzigartige“), betont, dass jede Krebserkrankung anders ist – und dass Fortschritte nur durch gemeinsames Handeln erzielt werden können, bei dem jeder Patient als Individuum und nicht nur als Diagnose betrachtet wird.

 

Ein Bericht von BBMRI-ERIC zeigt Beispiele dafür, wie die europäische Biobanking-Forschungsinfrastruktur mit ihren Knotenpunkten wie BBMRI.at durch die Unterstützung der Forschung zum Kampf gegen Krebs beiträgt.

 

 

BBMRI.at: Biobanking zur Unterstützung der Krebsforschung

 

Als Österreichs nationale Biobanking-Forschungsinfrastruktur vernetzt BBMRI.at akademische und klinische Biobanken, harmonisiert Qualitätsstandards und optimiert den verantwortungsvollen Zugang zu Proben und Daten für die Krebsforschung. Durch sein Netzwerk aus Biobanken und Forschungspartnern stellt BBMRI.at sicher, dass von Patient*innen gespendete biologische Materialien ethisch einwandfrei gesammelt, nach hohen Standards verarbeitet und für innovative Forschungszwecke zur Verfügung gestellt werden, die Patient*innen heute und in Zukunft zugutekommen.

 

Ein wesentlicher Beitrag von BBMRI.at liegt in der Unterstützung von Biobanking-Ansätzen, die die biologische Einzigartigkeit jedes einzelnen Spenders/jeder einzelnen Spenderin bewahren und gleichzeitig eine harmonisierte, institutionsübergreifende Zusammenarbeit in der Forschung ermöglichen.

 

 

Zellbank „YouCell“: Patient*innenspezifische Tumormodelle an der MedUni Graz

 

Ein Beispiel für diese Auswirkungen ist YouCell, die Zellbank am Diagnostik- und Forschungsinstitut für Pathologie der Medizinischen Universität Graz (Koordinator von BBMRI.at und Gastgeber der Biobank Graz).

 

Mit der Einwilligung von Patient*innen, die sich einer Operation zu therapeutischen Zwecken unterziehen, werden native Tumorgewebe verwendet, um Zellkulturen und zellbasierte Tumormodelle zu erstellen. Diese aus Patient*innen gewonnenen Zellen werden im Labor kultiviert und untersucht und bilden so leistungsstarke Werkzeuge für die translationale Krebsforschung.

 

YouCell konzentriert sich auf die Entwicklung standardisierter Prozesse zur Gewinnung, Charakterisierung und Langzeitlagerung von patient*innenspezifischem Zellmaterial. Die Sammlung umfasst:

  • Zellen verschiedener Tumorentitäten (wie Melanomen, Karzinomen und Sarkomen),
  • Zellen aus der Tumormikroumgebung,
  • patient*innen spezifische gesunde Zellen desselben Individuums.

 

 

Warum patient*innen spezifische Zellen wichtig sind

 

„Patient*innenspezifische gesunde Zellen sind in kommerziellen Banken selten verfügbar, da diese in der Regel nur isolierte Tumorzelllinien anbieten. Im Gegensatz dazu ermöglicht der YouCell-Ansatz Forscher*innen, Tumorzellen zusammen mit entsprechenden nicht-malignen Komponenten wie Stromazellen oder krebsassoziierten Fibroblasten desselben Patienten/derselben Patientin zu untersuchen“, betont Dr. Beate Rinner. Sie ist Leiterin der Forschungsgruppe Translational Tissue Engineering an der Medizinischen Universität Graz.

 

Ohne passende Zellkomponenten desselben Individuums haben In-vitro-Systeme nur eine begrenzte translationale Relevanz. Die Erhaltung des einzigartigen biologischen Profils jedes Spenders/jeder Spenderin – bei gleichzeitiger Unterstützung standardisierter, gemeinschaftlicher Forschung – stellt sicher, dass Studien die tatsächlichen Bedürfnisse der Patient*innen besser widerspiegeln.

 

 

Biobanking für eine bessere Gesundheit

 

Am Weltkrebstag 2026 unterstreicht BBMRI.at, wie Biobanking einzigartige Patient*innenbeiträge mit gemeinschaftlicher Forschung für eine bessere Gesundheit verbindet. Initiativen wie YouCell zeigen, wie ethisch einwandfrei gesammelte, gut charakterisierte Bioproben die Krebsforschung beschleunigen und dazu beitragen können, wissenschaftliche Erkenntnisse in bessere Diagnostik und Therapien umzusetzen – wobei die Patient*innen individuell im Mittelpunkt stehen.

Obere Reihe von links nach rechts: Viktoria Andrea Holzer, Christina Karner, Jacqueline Linzner, Giorgia Magnarini, Richard Mate, Katharina Meditz, Silvia Schauer, Djenana Vejzovic