Pläne von BBMRI.at

Aufbauend auf den Errungenschaften der vergangenen Jahre wird BBMRI.at weiterhin den Schwerpunkt auf Proben- und Datenqualität und -harmonisierung, die Erleichterung des Zugangs zu Biobankproben/-daten, die Vernetzung mit Industrie und Wissenschaft sowie die Förderung von Forschungskooperationen unter Verwendung von Biobankproben/-daten und Expertise legen. Darüber hinaus stehen neue Themen mit aktueller Bedeutung für das Biobanking im Mittelpunkt. Dazu gehören der One-Health-Ansatz und die vergleichende Medizin, die Datenintegration in BBMRI-ERIC, datenbezogene rechtliche/regulatorische Fragen und die ökologische Nachhaltigkeit im Biobanking.

Ziele und Kernaktivitäten:
  • Förderung des Dialoges zwischen Wissenschaft und Industrie
  • Fortwährende Verbesserung der Probenqualität mit Fokus auf die Datenqualität im Biobanking
  • Optimierung des Zugangs zu Biobanken in ganz Österreich, basierend auf der BBMRI-ERIC Zugangsrichtlinien
  • Eine harmonisierte Datenintegration und Zugang zu österreichischen Biobankdaten in Abstimmung mit BBMRI-ERIC anstreben
  • Beobachten der für Biobanken relevanten europäischen rechtlichen und regulatorischen Entwicklungen und Bereitstellung von Beiträgen
  • Weitere Einbettung von ISO/CEN-Normen und Einbringen von Fachwissen in die Entwicklung neuer Normen
  • Aufmerksamkeit auf die Ansätze von One Health und vergleichender Medizin sowie auf das Potenzial veterinärmedizinischer Probenentnahmen lenken
  • Förderung von Forschungskooperationen in den Bereichen Krebsmission und One Health
  • Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit von Biobanken und Erarbeitung von Maßnahmen zu deren Steigerung
  • Betreiben des österreichischen Knotens von BBMRI sowie Förderung der Integration und Teilnahme von österreichischen Biobankern an BBMRI-ERIC
Details zu den Hauptzielen von BBMRI.at
Dialog zwischen Wissenschaft und Industrie

BBMRI.at hat sich zum Ziel gesetzt, eine moderne Biobanken-Infrastruktur in Österreich zu etablieren und eine enge Zusammenarbeit und Harmonisierung zwischen den Biobanken zu fördern. Das Engagement und die Zusammenarbeit mit den am Biobanking-Prozess beteiligten Forschern und Klinikern sind von größter Bedeutung. Dies sind Voraussetzungen, um den Zugang zu biologischen Proben und Daten zu erleichtern und deren Nutzung für akademische und industrielle Forschungsprojekte zu fördern. Biologische Proben und Daten, die in Biobanken gesammelt werden, sind wertvolle Ressourcen für Innovationen in der personalisierten Medizin und die Entwicklung von Biomarkern, Diagnostika und Therapeutika. Aber auch Dienstleistungen und Know-how, welche an Biobanken etabliert sind, sind eine Ressource, die von BBMRI.at und Partnerbiobanken zur Verfügung gestellt wird.

Zugang zu Biobanken

Die mit BBMRI.at verbundenen Biobanken haben sich auf ein gemeinsames Zugangsverfahren geeinigt, das auf der BBMRI-ERIC-Zugangspolitik basiert. Eine von BBMRI.at betriebene zentrale Anlaufstelle nimmt Anfragen von Forschenden nach Proben/Daten/Dienstleistungen, nach Kooperationen und/oder zur Teilnahme an Anträgen für geförderte Projekte entgegen. So werden die anfragenden Forscher:innen mit österreichischen Biobanken und kohortenverantwortlichen Forscher:innen sowie medizinischen Fachkräften vernetzt.


Verbesserung der Proben- und Datenqualität

BBMRI.at wird sich weiterhin auf die Probenqualität konzentrieren. Dies trägt dazu bei, die Reproduzierbarkeit von Forschungsdaten als Voraussetzung für die Wiederverwendung und Integration von Daten aus der Analyse von Bioproben zu verbessern. Neben der Probenqualität wird auch die Datenqualität ein prominentes Thema sein. Datenqualitätskonzepte von BBMRI.at #2 dienen als Grundlage für die Weiterentwicklung und Umsetzung von Lösungen zur Verknüpfung von Bioproben mit zugehörigen Daten.

 

ISO- und CEN- Standards

BBMRI.at spielt eine führende Rolle bei der Entwicklung neuer ISO- und CEN-Standards für medizinische Diagnostik, Biobanking und Forschung. Die Anwendung von biobankingbezogenen ISO-und CEN Standards in Biobanken wird ein wichtiges Thema bleiben. Sie dienen als gemeinsame Referenz für die Harmonisierung von BBMRI-Biobanken und zur Verbesserung der Probenqualität und sind besonders wichtig, um die Anforderungen der europäischen In-vitro-Diagnostikverordnung zu erfüllen.

Daher wird der Schwerpunkt auf der Umsetzung von biobankbezogenen CEN- und ISO-Normen liegen, die besonders wichtig sind, um die Anforderungen der neuen europäischen In-vitro-Diagnostik-Verordnung zu erfüllen.

 

Harmonisierung der Datenintegration und des Zugriffs auf österreichische Biobankdaten

BBMRI.at konzentriert sich stark auf Datenintegration, – harmonisierung und – zugriff, einem wichtigen Thema im Biobanking. Bestehende Datenmanagementlösungen werden aktualisiert, um den neuesten Anforderungen an detaillierte Daten und FAIR-Daten gerecht zu werden. Dazu gehören neuartige Werkzeuge oder Versionen, die im BBMRI-ERIC und BBMRI.at entwickelt wurden, die die Sichtbarkeit von Proben und Daten erhöhen und zur Erleichterung der Zugänglichkeit beitragen sollen.

 

Europäische Rechts- und Verwaltungsfragen

Fragen der Rechtskonformität in der Forschung mit Biodaten sind ebenso wichtig wie komplex. Darüber hinaus sind datenbezogene Rechtsfragen sehr aktuell, dynamisch und relevant für Biobanking. Daher legt BBMRI.at einen neuen Fokus auf rechtliche/regulatorische Rahmenbedingungen, die kurz vor der Verabschiedung auf europäischer Ebene stehen (z.B. European Health Data Space Act, Data Gouvernance Act). Rechtsexperten werden einen nationalen Rechtsberatungsdienst betreiben, rechtliche und regulatorische Entwicklungen überwachen und Beiträge zu aktuellen rechtlichen Diskussionen liefern. Dies dürfte BBRMI.at und BBMRI-ERIC dabei helfen, sich in weiteren rechtlichen Rahmenbedingungen zu positionieren.

 

One Health und vergleichende Medizin: Ansätze und Vergleiche von Veterinärproben

Der „One-Health“-Ansatz und die vergleichende Medizin wurden durch die SARS-CoV-2-Pandemie neu belebt, die die enge Verbindung zwischen Mensch, Tier und ihrer gemeinsamen Umwelt aufzeigte. BBMRI.at hat sowohl Human- als auch Veterinärbiobanken als Partner. Ein spezielles Arbeitspaket zielt darauf ab, das Bewusstsein für das Potenzial solcher Biobanken und ihrer Proben/Daten für „One Health“, vergleichende Medizin (z.B. Mensch-Hund) und verwandte Krebsforschungsprojekte zu schärfen. Forscher:innen sollen zusammengebracht werden und gemeinsam Strategien für Forschungskooperationen diskutieren.

 

Ökologische Nachhaltigkeit von Biobanken

Der Klimawandel beflügelt die Forderung nach einer Minimierung des ökologischen Fußabdrucks in allen Lebensbereichen – auch in Biobanken. BBMRI.at #3 wird die aktuellen Umweltauswirkungen der Biobank-Partner ermitteln und mögliche Maßnahmen zur Steigerung der ökologischen Nachhaltigkeit sowie zur Senkung des Energieverbrauchs, des Einsatzes giftiger Chemikalien und der Abfallproduktion erarbeiten.

 

Europäisches Netzwerk BBMRI-ERIC

Schlussendlich wird BBMRI.at #2 den Betrieb und die erforderlichen Aktivitäten des österreichischen nationalen Knotens finanzieren und die Integration und Teilnahme der österreichischen Biobankengemeinschaft an BBMRI-ERIC erleichtern.

 

Diese Aktivitäten bauen auf früheren Arbeiten von BBMRI.at auf (BBMRI.at #2)

 

„Lighthouse Collections“

Um die Sichtbarkeit österreichischer Biobanken und bestimmter Probensammlungen zu erhöhen, wurden sogenannte „Lighthouse Collections“ definiert. Diese Sammlungen sind Best-Practice-Sammlungen in der internationalen Biobanking-Szene. Sie sind für bestimmte Nutzer:innen von besonderem Wert und dienen als Vorbild für neu aufzubauende oder weiterzuentwickelnde Sammlungen.

 

Biobanking-Strategie

Ein weiterer wichtiger Teil von BBMRI.at war die Untersuchung der Dynamik gesellschaftlicher Erwartungen an Biobanken im Kontext neuer rechtlicher Rahmenbedingungen, wie der Datenschutzgrundverordnung, und einer sich insgesamt rasch entwickelnden Wissenschafts- und Innovationslandschaft. Diese Arbeit zu sozialen Aspekten leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung neuer Governance-Modelle für die Nachhaltigkeit von Biobanking-Strategien. Sie wurde auch in das gemeinsame Angebot ELSI von BBMRI-ERIC aufgenommen.

 


                    

Arbeitspakete (Work packages) von BBMRI.at

Name des Arbeitspaketes

Leiter*in des Arbeitspaketes

WP1
IT-Architektur und Datenintegration der österreichischen Biobanken
Georg Göbel (Medizinische Universität Innsbruck)
WP2
Rechtliche und regulatorische Herausforderungen und Chancen
Nikolaus Forgó (University of Vienna)
WP3
Qualitätsmanagement
Helmuth Haslacher (Medizinische Universität Wien)
WP4
Ökologische Nachhaltigkeit und Biobanking
Monika Valjan (Medical University of Graz, Biobank Graz)
WP5
Veterinärmedizinische Biobanken: Potenziale und vergleichende Medizin/’One Health‘
Ingrid Walter (University of Veterinary Medicine)
WP6
Koordination des nationalen Netzwerkes und Betreiben des nationalen Knotens
Cornelia Stumptner (Medizinische Universität Graz)