Austrian 3R Days an der Vetmeduni Wien
Vom 28. bis 30. April 2026 fanden an der Vetmeduni Wien die Austrian 3R Days 2026 unter dem Motto „Building Bridges – Bursting Bubbles: Spotlights on 3Rs & NAMs“ statt. Der BBMRI.at-Partner VetBiobank präsentierte dabei aktuelle Aktivitäten und zeigte auf, wie Biobanken einen direkten Beitrag zur Umsetzung der 3R-Prinzipien (Replace, Reduce, Refine) in der tierexperimentellen Forschung leisten können.
Austrian 3R Days Congress
Die Austrian 3R Days 2026 brachten Forschende, Forschungsinfrastrukturen und weitere Akteur aus den Bereichen Tierforschung und Ethik zusammen, um aktuelle Entwicklungen rund um die 3R-Prinzipien und New Approach Methodologies (NAMs) zu diskutieren. Ziel des Kongresses war es, den Austausch und die Zusammenarbeit zu fördern sowie die Umsetzung von Best Practices in der tierexperimentellen Forschung voranzutreiben.
Das 3R-Prinzip
Das 3R-Prinzip – Replacement (Ersetzen), Reduction (Reduzieren) und Refinement (Verbessern) – bildet die ethische und wissenschaftliche Grundlage einer verantwortungsvollen tierexperimentellen Forschung. Ziel ist es, Tierversuche wo immer möglich zu ersetzen, die Zahl der benötigten Tiere zu verringern und Versuchsverfahren so zu optimieren, dass Belastungen minimiert und das Tierwohl verbessert werden. Biobanking von überschüssigem biologischem Material leistet insbesondere zu den Prinzipien Reduction und Replacement einen wichtigen Beitrag, indem sie die Nachnutzung bereits vorhandener Proben ermöglicht.
Biobanken fördern 3 R Prinzipien durch qualitätsgesicherte Archivierung und Nachnutzung von Proben
Unter dem Titel „From Waste to Resource“ stellten die VetBiobank und die Abteilung für Tierschutzwissenschaften der Vetmeduni Wien vor, wie überschüssiges biologisches Material aus Tierversuchen qualitätsgesichert archiviert und für Forschung und Lehre weiterverwendet werden kann.
Im Rahmen tierexperimenteller Forschungsprojekte fallen regelmäßig Gewebe, Organe und Körperflüssigkeiten an, die nach Erreichen der primären Forschungsziele häufig entsorgt werden. Gleichzeitig haben viele Forschungsgruppen – insbesondere jene, die selbst keine Tierversuche durchführen – nur eingeschränkten Zugang zu solchen Materialien.
Biobanken bieten hierfür eine strukturierte Lösung: Durch qualitätsgesicherte Archivierung und dokumentierte Weitergabe können vorhandene Ressourcen effizienter genutzt, die Zahl benötigter Versuchstiere reduziert und Forschungsprozesse beschleunigt werden. Dieser Ansatz unterstützt das Prinzip der Reduktion (Reduction) durch die Nutzung bereits vorhandener Materialien und trägt zugleich zum Ersatz von Tierversuchen (Replacement) bei, da bestimmte methodische Arbeiten ohne den Einsatz zusätzlicher Tiere durchgeführt werden können.