Registerdaten: Quo Vadis?
Expert*innen diskutierten an der Medizinischen Universität Innsbruck, einem BBMRI.at-Partner, über die Zukunft klinischer Register und die Nutzung von Real-World-Daten.
Symposium zu Registerdaten am EpiCenter
Am 4. März 2026 trafen sich Forschende und Kliniker*innen am EpiCenter der Medizinischen Universität Innsbruck, um die zukünftige Rolle klinischer Register zu erörtern. Das Symposium „Registry Data: Quo Vadis?“ widmete sich der Frage, wie Registerinfrastrukturen Forschung, klinische Entscheidungen und die Generierung von Real-World-Evidence unterstützen können.
Die Veranstaltung wurde von Peter Willeit und Hanno Ulmer eröffnet, die die Registeraktivitäten des EpiCenters vorstellten. Sie betonten, dass langfristig geführte, gut gepflegte Register Forschungsergebnisse und Trends sichtbar machen, die in kürzeren Studien unentdeckt bleiben.
Real-World-Daten und neue methodische Ansätze
Mehrere Beiträge beleuchteten unterschiedliche Perspektiven zur Nutzung von Registerdaten in Forschung und klinischer Praxis.
Georg Göbel, National Node Director von BBMRI.at, sprach zum Thema „Real World Data Going Public“. Er skizzierte die Chancen einer breiteren Zugänglichkeit von Registerdaten für die Forschung und betonte zugleich die Notwendigkeit klarer Governance-Strukturen, Standardisierung und eines starken Datenschutzes. Auch die bevorstehende Umsetzung des EHDS wurde angesprochen.
Weitere Vorträge befassten sich mit methodischen Ansätzen wie der Target-Trial-Emulation sowie mit klinischen Perspektiven zur praktischen Nutzung von Registern in der Patientenversorgung.
Lernen von skandinavischen Registermodellen
Das Symposium richtete den Blick auch auf internationale Erfahrungen. Ein Vortrag von Dr. Milada Hagen zur skandinavischen Registerlandschaft zeigte, wie langfristige Investitionen in nationale Gesundheitsregister starke Infrastrukturen für Forschung und Public-Health-Evidenz geschaffen haben.
Die Diskussionen machten deutlich, dass die Zukunft von Registerdaten maßgeblich von einer engen Zusammenarbeit zwischen Kliniker*innen, Forschenden und Datenexpert*innen abhängt – um hochwertige Daten in Wissen überzuführen, das Patient*innen und Gesundheitssystemen zugutekommt.