Österreichischer Human-Biomonitoring-Bericht an den Nationalrat erwähnt BBMRI.at

Der Human Biomonitoring Report 2024 wurde kürzlich veröffentlicht. BBMRI.at hat als Expertenmitglied der Plattform für Human Biomonitoring, die vom Umweltbundesamt Österreich geleitet wird, zu diesem Bericht beigetragen. BBMRI.at bringt Fachwissen in den Bereichen Biobanking, Qualitätsmanagement und ELSI-Fragen (Ethical, Legal and Societal Issues) ein und koordiniert die von BBMRI.at mit-initiierte Austrian Cohort Initiative (ATCI). Damit wird ein wichtiger Beitrag als Grundlage für zukünftige Umwelt- und Gesundheitsforschung in Österreich geleistet.

Human Biomonitoring in Österreich

 

Das Human Biomonitoring (HBM) ermöglicht den Nachweis von Schadstoffen und Chemikalien – einschließlich ihrer Abbauprodukte – im menschlichen Körper. Diese Daten sind zentral für die Bewertung der tatsächlichen Umweltexposition von Bevölkerungsgruppen. Das Verständnis solcher Expositionsniveaus ist entscheidend, um gezielt Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit zu ergreifen und zu den europäischen Umwelt- und Gesundheitszielen beitragen.

 

 

Human Biomonitoring Platform Austria

 

Die Human Biomonitoring Platform Austria bündelt nationale Aktivitäten und Expertise, fördert die methodische Weiterentwicklung und sichert die Anbindungen an europäische Initiativen. Sie wird vom Umweltbundesamt koordiniert und dient als Beratungsgremium des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK).

 

Ziel der Plattform ist es, das Human-Biomonitoring als zentrales Instrument für Gesundheits- und Umweltschutz in Österreich zu stärken, die Risikobewertung chemischer Stoffe zu verbessern, Präventionsstrategien zu unterstützen und die nationale Kompetenz auszubauen

 

Zu den Mitgliedern zählen Expert*innen aus Verwaltung, Wissenschaft und Gesundheitswesen – darunter das Umweltbundesamt Österreich, das BMLUK, die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA), mehrere Bundesministerien, das Austrian Institute of Technology (AIT), BioNanoNet (englisch), Gesundheit Österreich GmbH, die Medizinischen Universitäten Graz, Innsbruck und Wien als BBMRI.at-Koordinator, die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes), UMIT TIROL und die Universität Wien sowie assoziierte Partner wie die Österreichische Ärztekammer und das Landesgesundheitsdirektorat Salzburg.

 

Ein zentrales Ziel der Plattform ist die Förderung der Kommunikation und Zusammenarbeit auf Bundes- und Landesebene.

 

 

Der Human-Biomonitoring Bericht 2024

 

Alle zwei Jahre legt die Plattform Human-Biomonitoring Österreich dem Nationalrat einen Bericht vor, der Fortschritte, Erkenntnisse und Aktivitäten im Bereich des gesundheitsbezogenen Umweltmonitorings vorstellt. Wie schon in den Vorjahren wird auch im Bericht 2024, der 2025 veröffentlicht wurde, der Beitrag von BBMRI.at hervorgehoben.

Der Bericht unterstützt die Umsetzung nationaler, europäischer und internationaler Vereinbarungen und Strategien – darunter die österreichischen Gesundheitsziele und der Aktionsplan Mikroplastik – und präsentiert Ergebnisse aus österreichischen und europäischen Forschungsaktivitäten, wie z.B. im Rahmen von PARC – der Europäischen Partnerschaft für die Bewertung chemischer Risiken.

 

 

Beispiele aus Österreich umfassen unter anderem:

 

  1. das Exposom bei Frühgeborenen
  2. Nanoplastikpartikel und ihre Wirkungen auf die Blut-Hirn-Schranke
  3. PFAS in der menschlichen Leber
  4. Mikroplastik in Stuhlproben
  5. Verwendung von Zehennägeln im menschlichen Biomonitoring
  6. Langzeitüberwachung von Muttermilch
  7. die PARC-Kinderbefragung
  8. die Entwicklung von Hochdurchsatz-Analysemethoden
  9. Exposomstudien bei Brustkrebspatientinnen
  10. sowie Ergebnisse von Exposome Austria und aus dem Projekt HBM4EU

 

 

Beitrag von BBMRI.at

 

Der Bericht hebt die Expertise von BBMRI.at in den Bereichen Biobanking, Qualitäts- und Datenmanagement, präanalytische Probenstandards sowie ethische und rechtliche Rahmenbedingungen hervor.

Besonders vorgestellt wird die von BBMRI.at federführend mit-initiierte Austrian Cohort Initiative (ATCI), die österreichische Kohortenstudien und Biobanken vernetzt, um die Qualität, Harmonisierung und Zugänglichkeit zu Proben und Daten zu verbessern. Diese Aktivitäten schaffen eine zukunftsweisende Basis für Umwelt- und Gesundheitsforschung in Österreich und tragen zur europäischen Zusammenarbeit bei.