Vernetzung mit Forschenden, der Industrie und Politik am Exposome Austria Stakeholder Day

Beide Forschungsinfrastrukturen, BBMRI.at und EIRENE-Hub Exposome Austria, engagieren sich für den Fortschritt der Gesundheitsforschung. Um den Dialog mit Forschenden, der Industrie, politischen Entscheidungsträger*innen und anderen Interessengruppen zu fördern, organisierte Exposome Austria am 23. September 2025 seinen Stakeholder Day, zu dem BBMRI.at eingeladen wurde, an der Podiumsdiskussion teilzunehmen.

Im Laufe ihres Lebens sind Menschen einer Vielzahl von Chemikalien ausgesetzt, die über die Nahrung, Konsumgüter, Wasser, Luft, Innenräume und Arbeitsplätze in den Körper gelangen. Für viele dieser Expositionen sind die gesundheitlichen Auswirkungen weitgehend unbekannt. Die Exposomforschung spielt eine entscheidende Rolle bei der Untersuchung dieser Effekte. Biobanken nehmen in diesem Bereich eine zentrale Rolle ein, da qualitativ hochwertige Proben und dazugehörige Daten aus dem humanen, tierischen und/oder Umweltbereich eine Grundlage für Exposomstudien bilden.

 

Exposome Austria – der österreichische Knotenpunkt der EIRENE Forschungsinfrastruktur unter der Leitung von Benedikt Warth (Universität Wien) – organisierte das Exposome Austria Symposium & Stakeholder Day in Horn. Das Ziel der Veranstaltung war es, führende Expert*innen aus verschiedenen Disziplinen zu vernetzen, darunter analytische Chemie, Metabolomik, Pädiatrie, Epidemiologie, Biobanking, Krebsforschung, Umweltwissenschaften und One Health.

 

Im Rahmen des Symposiums wurden Best-Practice-Projekte aus dem Exposombereich vorgestellt, an denen teilweise auch Biobanken von BBMRI.at beteiligt sind. Beispiele sind:

  • die Nutzung getrockneter Blutproben, sogenannter Dried Blood Spots, für die Exposomanalyse in der Pädiatrie (V. Hernandes / B. Warth, Universität Wien)
  • Forschung zu Umweltfaktoren während der Schwangerschaft und dem Potenzial, Risiken, wie Frühgeburten, Präeklampsie oder niedrigem Geburtsgewicht zu verringern (S. Granitzer / C. Gundacker, Medizinische Universität Wien)
  • die Identifizierung einer Substanz, die PFAS in (Ab-)Wasser absorbieren, um die Belastung durch diese „Ewigkeitschemikalie” zu reduzieren (R. Woodward, Universität Wien)
  • Human-Biomonitoring-Aktivitäten der Umweltbundesamt GmbH (M. Uhl)

 

Der Stakeholder Day endete mit einer Podiumsdiskussion unter dem übergreifenden Thema „Science to Policy – Making Exposome Research Work for a Healthier Society“, moderiert von Marlene Nowotny (ORF, Wissenschaftsredaktion). Zu den Diskussionsteilnehmenden gehörten Alexander Pogany (Bundesministerium für Innovation, BMIMI), Antonella Chiapparino (SCIEX), Cornelia Stumptner (Executive Manager, BBMRI.at), Eva Schernhammer (Medizinische Universität Wien), Kateřina Šebková (Masaryk-Universität, RECETOX) und Thomas Jakl (Bundesministerium für Umwelt, BMLUK).

 

Diskutiert wurden unter anderem folgende Fragen:

  • Was macht die Exposomforschung besonders aktuell und wirkungsvoll?
  • Wie kann die Wiederverwendung von Exposom- und Human Biomonitoring-Daten in wissenschaftlichen und regulatorischen Kontexten ermöglicht werden?
  • Welche internationalen Best Practices gibt es für die Harmonisierung und Nutzung von Exposomdaten?
  • Wie können Forschungsinfrastrukturen und Anbieter systematischer zusammenarbeiten?
  • Welche langfristige Unterstützung – finanziell, rechtlich oder strategisch – ist von Ministerien erforderlich?
  • Wie können kurzfristige Projekte in nachhaltige nationale Plattformen übergeführt werden?

 

Das Treffen zeigte deutlich, dass die Zusammenarbeit zwischen Forschungsinfrastrukturen und Interessengruppen entscheidend ist. Neben technologischen Innovationen sind Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zentrale Faktoren, um die Vorteile der Forschung und der Infrastrukturen in den Bereichen Exposom und Biobanking aufzuzeigen. Durch den Beitrag zu diesem Dialog unterstrich BBMRI.at ihre Rolle als Brückenbauer zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Bilder: @Tirza Podzeit