Neuer Berichtsstandard für Forschung mit Hochrisiko-Pathogenen in Nature Methods veröffentlicht

Ein neuer internationaler Berichtsstandard soll die Transparenz und Reproduzierbarkeit von Experimenten mit Hochrisiko-Pathogenen verbessern. Forschende der Medizinischen Universität Graz, einem Partner von BBMRI.at, waren an der Entwicklung des vorgeschlagenen MIHCLE-Standards beteiligt. Die Universität betreibt ein Biosicherheitslabor der Stufe 3 (BSL-3) und bringt damit umfangreiche Expertise in sicherer Pathogenforschung und Biobanking ein, die in die Entwicklung dieser Richtlinien eingeflossen ist.

Ein neuer Kommentarartikel in der Fachzeitschrift Nature Methods schlägt einen internationalen Berichtsstandard vor, der Transparenz und Reproduzierbarkeit in der Forschung mit Hochrisiko-Pathogenen verbessern soll. An der Publikation „A Minimum Information about a High Containment Laboratory Experiment (MIHCLE) reporting standard“ waren auch Forschende der Medizinischen Universität Graz beteiligt, darunter ein Mitglied des BBMRI.at Scientific and Ethical Advisory Board (SEAB) sowie ein ehemaliger BBMRI.at-Koordinator.

 

Die Autor*innen stellen mit MIHCLE einen Rahmen vor, der die Dokumentation von Experimenten aus Hochsicherheitslaboren in wissenschaftlichen Publikationen standardisieren soll. Ziel des vorgeschlagenen Standards ist es, sicherzustellen, dass Studien mit gefährlichen Krankheitserregern konsistent, transparent und verantwortungsvoll berichtet werden, während gleichzeitig nationale Sicherheitsanforderungen berücksichtigt werden. Obwohl der Ansatz ursprünglich für Hochsicherheitslabore der Stufe BSL-4 entwickelt wurde, ist er auch auf BSL-3-Labore anwendbar, die häufig für die Forschung an Pathogenen mit hohem Gesundheitsrisiko genutzt werden.

 

MIHCLE definiert zehn zentrale Informationskategorien, die Publikationen aus Hochsicherheitslaboren begleiten sollen. Dazu gehören unter anderem Angaben zu den untersuchten biologischen Erregern, zur Laborumgebung, zu Biosicherheits- und Biosecuritymaßnahmen, zur Ausbildung des Personals, zu Risikobewertungen, zum Umgang mit Zwischenfällen sowie zu Datenmanagement- und Datenaustauschpraktiken. Durch die Harmonisierung solcher Berichtsanforderungen soll der neue Standard die Biosicherheit stärken, die Reproduzierbarkeit von Forschung verbessern und das internationale Vertrauen in Studien zu epidemie- und pandemierelevanten Pathogenen fördern.

 

An der Medizinischen Universität Graz wird Expertise in Biosicherheit und Pathogenforschung durch ein Biosicherheitslabor der Stufe 3 (BSL-3) unterstützt, das die sichere Untersuchung hochriskanter infektiöser Erreger ermöglicht. Darüber hinaus verfügt die Universität über umfassende Erfahrung im Bereich Biobanking und biomedizinischer Forschungsinfrastrukturen und ist nationaler Koordinator von BBMRI.at. Diese Kombination aus moderner Infrastruktur, regulatorischer Expertise und standardisierten Datenpraktiken unterstützt eine hochwertige und verantwortungsvolle biomedizinische Forschung zur Bewältigung globaler Gesundheitsbedrohungen.

„Wir sehen in der breiten Einführung eines MIHCLE-Standards einen entscheidenden Schritt, um eine umfassendere Rechenschaftspflicht für die wichtige, aber von Natur aus risikobehaftete Arbeit mit hochgefährlichen Pathogenen sicherzustellen.“ – Ewbank et al., Nature Methods (2025)

Andere News über das BSL-3 Labor der Medizinischen Universität Graz: