BBMRI.at und Biobank-unterstützte Forschung im ORF-TV: Bluttest zur Früherkennung von Multipler Sklerose

BBMRI.at Biobank-Partner MedUni Wien war in der ORF-TV-Sendung „Bewusst gesund“ zu sehen. Helmuth Haslacher (MedUni Wien Biobank, BBMRI.at) zeigte, wie Biobank-Proben, Gesundheitsdaten und wissenschaftliche Expertise die Entwicklung innovativer Bluttests unterstützen. Ein Beispiel ist ein neuer Bluttest zur Früherkennung von Multipler Sklerose, der auf hochwertigen Biospezimen der MedUni Wien Biobank basiert.

Was können Bluttests aufzeigen?

Am Klinischen Institut des AKH Wien werden täglich rund 90.000 Laboranalysen durchgeführt. Etwa 450 Parameter können untersucht werden, um Krankheiten zu erkennen und zu überwachen. Blutzucker, Elektrolyte sowie Leber- und Nierenwerte geben Einblick in Stoffwechselprozesse und Organfunktionen. Tumormarker können auf bestimmte Krebserkrankungen hinweisen, Hormone und Enzyme endokrine Störungen oder Gewebeschäden anzeigen, und Immunmarker sowie Antikörper helfen, Infektionen und Autoimmunerkrankungen zu identifizieren. Darüber hinaus kann aus Blutproben genetisches Material analysiert werden, und prädiktive Tests können das Risiko für die Entwicklung spezifischer Krankheiten bewerten.

 

 

Bluttest zur Früherkennung von Multipler Sklerose

Im ORF-Bericht vom 10. Januar 2026 erklärt Elisabeth Puchhammer-Stöckl, Leiterin des Zentrums für Virologie am BBMRI.at-Partner MedUni Wien: „Es hat sich gezeigt, dass das Epstein-Barr-Virus eng mit Multipler Sklerose (MS) verknüpft ist.“ Die Wiener Forschenden konnten identifizieren, welche Antikörper relevant sind, wie sie gemessen werden können und welche Antikörperspiegel auf ein erhöhtes Risiko für MS hinweisen. Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelten sie einen diagnostischen Bluttest, der Antikörperspiegel misst und eine frühzeitige Risikoeinschätzung unterstützt. Weitere Studien sind notwendig, bevor der Test in die reguläre klinische Diagnostik übernommen werden kann.

 


Biobanken unterstützen den medizinischen Fortschritt

Groß angelegte Validierungsstudien sind auf den Zugang zu hochwertigen Biospezimen und zugehörigen Daten angewiesen. Mit informierter Zustimmung der Spender werden solche Materialien in Biobanken gelagert und unter strikten regulatorischen sowie ethischen Rahmenbedingungen für die Forschung bereitgestellt.

 

Die MedUni Wien Biobank hält derzeit rund fünf Millionen Proben und stellt damit eine entscheidende Ressource für biomedizinische und translationale Forschung dar.

 

 

BBMRI.at – Die österreichische Biobanking-Forschungsinfrastruktur

In Österreich haben sich mehrere Biobanken innerhalb von BBMRI.at zusammengeschlossen, um das Biobanking weiterzuentwickeln und Forschende aus Wissenschaft und Industrie mit Zugang zu Proben, Daten und Expertise zu unterstützen. Dazu gehören Themen wie Probenmanagement, präanalytische Qualität und Biobanking-Standards.

 

Wie Biobanken arbeiten und die Forschung unterstützen, wird in einem Animationsvideo „Professional biobanks can make your life easier“ veranschaulicht, das gemeinsam von den BBMRI-ERIC-Knoten BBMRI.at, GBN und SBP produziert wurde. Ausschnitte aus diesem Video sind im ORF-TV-Bericht zu sehen.

 

Bilder: Screenshots aus dem ORF-Bericht Bewusst gesund – „Diagnostik: Was das Blut verrät“ (Jan 2026)

Oberes Panel: Bilder vom BBMRI.at-Partner MedUni Wien Biobank

Unteres Panel: Sequenzen aus dem BBMRI.at/GBN/SBP-Video „Professional biobanks“