{"id":17681,"date":"2026-06-05T11:40:29","date_gmt":"2026-06-05T09:40:29","guid":{"rendered":"https:\/\/bbmri.at\/?post_type=news-articles&#038;p=17681"},"modified":"2026-06-05T16:15:43","modified_gmt":"2026-06-05T14:15:43","slug":"17681","status":"publish","type":"news-articles","link":"https:\/\/bbmri.at\/de\/news-articles\/17681\/","title":{"rendered":"Rechtliche Fragen &amp; Antworten: Richtlinien und politische Empfehlungen zur Kommunikation genetischer Risiken in der \u00d6ffentlichkeit?"},"content":{"rendered":"    <div id=\"main_textblock_969bdc429a9055fd47dd1c7b570ab722\" class=\"content-row content-row-main_text\">\n        <div class=\"contentPart-main contentPart-main-main_text trans \">\n            <div class=\"contentPart_inner\">\n                                    <h3 class=\"sub-subheading_main_txt sub-subhl\">\n                        BBMRI.at Legal Knowledge Base                    <\/h3>\n                \n                                    <h1 class=\"heading_main_txt HL_main\">\n                        Rechtliche Fragen &amp; Antworten: Gibt es Richtlinien und politische Empfehlungen zur Kommunikation genetischer Risiken in der \u00d6ffentlichkeit?                    <\/h1>\n                \n                                    <h3 class=\"subheading_main_txt HL_sub\">\n                        Dieser Artikel gibt einen \u00dcberblick \u00fcber den \u00f6sterreichischen Rechtsrahmen f\u00fcr die Kommunikation genetischer Risiken, beleuchtet die wichtigsten Bestimmungen des Gentechnikgesetzes und er\u00f6rtert die aktuelle politische Lage in Bezug auf polygene Risikoscores (PRS) im klinischen, \u00f6ffentlichen und wissenschaftlichen Kontext.                    <\/h3>\n                \n                                    <div class=\"text_main_text text1624 main_text_margin\">\n                        <p><strong>BBMRI.at Legal Helpdesk\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der BBMRI.at Legal Helpdesk Service \u2013 betrieben von Rechtsexpert*innen des\u00a0<strong>BBMRI.at-Partners<\/strong>\u00a0<strong>UNIVIE<\/strong>\u00a0\u2013 beantwortet Fragen zu rechtlichen und regulatorischen Angelegenheiten im Zusammenhang mit Biobanking und\/oder der Verwendung biologischer Proben und Daten. Dieser Service wird BBMRI.at-Partnern zur Unterst\u00fctzung angeboten, da Biobanking und Forschung mit biologischen Proben und Daten (z.B. menschlich, tierisch\/veterin\u00e4r, mikrobiell, etc.) rechtliche Fragen aufwerfen k\u00f6nnen. Die Antworten von UNIVIE auf rechtliche Fragen werden in der BBMRI.at Knowledge Base ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>FRAGE:<\/p>\n<p>Rechtliche Fragen und Antworten: Gibt es Richtlinien und politische Empfehlungen zur Kommunikation genetischer Risiken in der \u00d6ffentlichkeit?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>ANTWORT:<\/p>\n<p><span style=\"color: #993300\"><strong>1. Das \u00f6sterreichische <em>Gentechnikgesetz<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie Vertreter:innen der Wissenschaft es formulierten, werden genetische Dienstleistungen wie Gentests in gro\u00dfem Umfang genutzt, um die Anf\u00e4lligkeit einer Person f\u00fcr bestimmte Krankheiten anhand des Vorhandenseins genetischer Variationen zu beurteilen, von denen bekannt ist, dass sie mit solchen Krankheiten in Verbindung stehen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Diese liefern so Informationen \u00fcber das Krankheitsrisiko der betreffenden Person. Die Entscheidung f\u00fcr eine genetische Untersuchung und der Umgang mit den psychologischen Auswirkungen der Mitteilung der potenziell lebensver\u00e4ndernden Ergebnisse an die Patient:innen haben relevante ethische Implikationen und werden \u2013 in unterschiedlichem Umfang je nach Land und Rechtsrahmen \u2013 durch Rechtsakte geregelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich wird das Thema Gentests durch das <strong><em>Gentechnikgesetz<\/em><\/strong> (GTG)<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> geregelt, das erstmals im Juli 1994 ver\u00f6ffentlicht (BGBl. Nr. 510\/1994, in Kraft getreten 1995) und zuletzt im Jahr 2022 ge\u00e4ndert wurde (durch Bundesgesetz BGBl. I Nr. 8\/2022). Die f\u00fcr das vorliegende Thema relevantesten Bestimmungen des oben genannten GTG sind in Abschnitt IV des GTG (\u00a7\u00a7 64 bis 79) enthalten<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>. Eine genetische Analyse wird definiert als \u201eLaboranalyse, die zu Aussagen \u00fcber konkrete Eigenschaften hinsichtlich Anzahl, Struktur oder Sequenz von Chromosomen, Genen oder DNA \u2013 Abschnitten oder von Produkten der DNA und deren konkrete chemische Modifikationen f\u00fchrt, und die damit nach dem Stand von Wissenschaft und Technik Aussagen \u00fcber einen \u00dcbertr\u00e4gerstatus, ein Krankheitsrisiko, eine vorliegende Krankheit oder einen Krankheits- oder Therapieverlauf an einem Menschen erm\u00f6glicht.\u201c (\u00a7 4 Abs. 23).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das GTG unterscheidet zwischen genetischen Analysen zu <em>medizinischen Zwecken<\/em> (\u00a7 65) und zu <em>wissenschaftlichen Zwecken<\/em> (\u00a7 66). Das GTG beschreibt vier Arten von genetischen Analysen zu <strong><em>medizinischen Zwecken<\/em><\/strong>:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Typ 1:<\/strong> genetische Analysen zur \u201eFeststellung einer bestehenden Erkrankung, der Vorbereitung einer Therapie oder Kontrolle eines Therapieverlaufs und basiert auf Aussagen \u00fcber konkrete somatische Ver\u00e4nderung von Anzahl, Struktur, Sequenz oder deren konkrete chemische Modifikationen von Chromosomen, Genen oder DNA-Abschnitten\u201c<\/p>\n<p><strong>Typ 2:<\/strong> genetische Analysen zur \u201eFeststellung einer bestehenden Erkrankung, welche auf einer Keimbahnmutation beruht\u201c<\/p>\n<p><strong>Typ 3 und 4: <\/strong>Tests f\u00fcr gesunde Personen, die ihre Veranlagung f\u00fcr eine Krankheit (insbesondere die Veranlagung f\u00fcr das potenzielle zuk\u00fcnftige Auftreten einer genetisch bedingten Krankheit) feststellen oder den Tr\u00e4gerstatus einer Krankheit ermitteln m\u00f6chten, f\u00fcr die aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und technischer Fortschritte entweder eine Prophylaxe oder eine Behandlung verf\u00fcgbar ist (Typ 3) oder nicht verf\u00fcgbar ist (Typ 4).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ergebnisse einer Typ-4-Analyse d\u00fcrfen nicht in medizinischen Berichten und Krankengeschichten dokumentiert werden. Bei Ergebnissen von Typ-2- und Typ-3-Analysen ist die Dokumentation in Arztbriefen und Krankenakten in der Regel sinnvoll, um eine optimale Behandlung zu gew\u00e4hrleisten. Der\/die Patient:in kann jedoch auch auf diese Dokumentation verzichten<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>. Weitere Anforderungen an den Schutz personenbezogener Daten sind in \u00a7 71 festgelegt, wonach derjenige, der die Untersuchung durchf\u00fchrt, alle personenbezogenen Daten sicher und vertraulich zu behandeln und die Bestimmungen des \u00f6sterreichischen Datenschutzgesetzes einzuhalten hat. \u00a7 67 untersagt es Arbeitgeber:innen und Versicherungsanstalten, einschlie\u00dflich ihrer Vertreter:innen und Mitarbeiter:innen, Ergebnisse genetischer Analysen von Arbeitnehmer:innen, Arbeitssuchenden, Versicherungsnehmer:innen oder Versicherungsantragsteller:innen zu erheben, zu verlangen, entgegenzunehmen oder anderweitig zu verwerten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei den genetischen Analysen des Typs 3 und 4 d\u00fcrfen die Untersuchungen gem\u00e4\u00df \u00a7 68 nur in Einrichtungen durchgef\u00fchrt werden, die vom Gesundheitsministerium zu diesem Zweck zugelassen sind<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>, und nur auf Veranlassung eines in Humangenetik\/medizinischer Genetik ausgebildeten Facharztes\/-\u00e4rztin. In \u00d6sterreich gibt es den Beruf des\/der \u201eGenetischen Berater:in\u201c nicht. Fachkr\u00e4fte, die genetische Untersuchungen und patientenorientierte Dienstleistungen durchf\u00fchren, sind daher ausschlie\u00dflich \u00c4rzte mit einer Facharztausbildung in diesem Bereich<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wichtig ist die \u00dcberlegung, ob es sich bei den Ergebnissen der Tests um <em>allgemeine Forschungsergebnisse<\/em> handelt, das hei\u00dft um zusammengefasste Daten und Schlussfolgerungen, die aus einer Gruppe von Forschungsteilnehmer:innen gewonnen wurden<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>, oder vielmehr um Ergebnisse, die f\u00fcr eine einzelne Person relevant sind. Die Unterrichtung von Forschungsteilnehmer:innen \u00fcber allgemeine und individuelle Forschungsergebnisse ist sowohl aus ethischer als auch aus rechtlicher Sicht von Bedeutung. Als weit verbreitetes Anliegen wird das Thema in mehreren internationalen Rechtsinstrumenten (sowohl rechtsverbindlichen als auch nicht rechtsverbindlichen) erw\u00e4hnt, wenngleich nicht alle von ihnen eine Unterscheidung zwischen der Regelung der R\u00fcckmeldung allgemeiner und individueller Forschungsergebnisse vornehmen<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>. Beispiele f\u00fcr solche Dokumente sind:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Internationale Erkl\u00e4rung der UNESCO \u00fcber menschliche genetische Daten \u2013 Artikel 10;<\/li>\n<li>Rat der internationalen medizinischen Wissenschaftsorganisationen (CIOMS). Internationale ethische Leitlinien f\u00fcr gesundheitsbezogene Forschung am Menschen, vierte Auflage. Genf. 2016 \u2013 Artikel 7;<\/li>\n<li>Europarat. Zusatzprotokoll zur Konvention \u00fcber Menschenrechte und Biomedizin betreffend die biomedizinische Forschung (CETS Nr. 195) \u2013 Artikel 27.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Weitergabe von Informationen \u00fcber relevante Forschungsergebnisse an Patient:innen oder Forschungsteilnehmer:innen kann \u00fcber den ethischen Grunds\u00e4tzen der Autonomie und Selbstbestimmung (aus denen sich das Recht des\/der Patient:in auf Aufkl\u00e4rung \u00fcber seine\/n aktuellen Gesundheitszustand ableiten l\u00e4sst) gerechtfertigt werden. Zudem besteht der Grundsatz der Nichtsch\u00e4digung (im Rahmen einer Arzt\/\u00c4rztin-Patient:innen-Beziehung)<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>, der sich zu einem Grundsatz der Wohlt\u00e4tigkeit weiterentwickelt hat. Nach diesem Grundsatz sind aus ethischer Sicht sowohl \u00c4rzt:innen als auch Forscher:innen verpflichtet, Patient:innen bzw. Forschungsteilnehmer:innen wichtige Informationen individuell zur Verf\u00fcgung zu stellen, wenn diese ihnen von Nutzen sein kann.\u201c <a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich unterliegt die Weitergabe von Testergebnissen \u2013 einschlie\u00dflich unerwarteter Ergebnisse von klinischer Bedeutung \u2013, die aus genetischen Untersuchungen stammen, strengen Vorschriften, die in \u00a7 71 Abs. 4 des GTG festgelegt sind. Diese Daten d\u00fcrfen nur an das Personal der Einrichtung, in der die Daten erhoben wurden (sofern es unmittelbar an der Erhebung, Verarbeitung und Auswertung dieser Daten beteiligt war), an die betroffene Person, an den\/die gesetzliche\/n Vertreter:in der betroffenen Person (gem\u00e4\u00df \u00a7 69 Abs. 2), an den\/die Arzt\/\u00c4rztin, der die genetischen Untersuchungen veranlasst hat, und an den\/die behandelnden Arzt\/\u00c4rztin sowie an jede andere Person weitergegeben werden, der die betroffene Person ausdr\u00fccklich eine schriftliche Einwilligung erteilt hat (wobei ein schriftlicher Widerruf dieser Einwilligung jederzeit m\u00f6glich ist)<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>. Dar\u00fcber hinaus sieht \u00a7 70 GTG vor, dass ein\/e Arzt\/\u00c4rztin, der den Test durchgef\u00fchrt hat, der getesteten Person empfehlen kann, genetische Untersuchungen bei betroffenen Verwandten weiterzuempfehlen, wenn die Ergebnisse auf eine m\u00f6gliche Gefahr f\u00fcr den betroffenen Verwandten hindeuten oder wenn ein Test eines Verwandten zur Interpretation der Ergebnisse erforderlich ist. \u00c4rzt:innen sind gesetzlich nicht verpflichtet, den Angeh\u00f6rigen solche Informationen direkt zu \u00fcbermitteln, sie sind jedoch verpflichtet, der getesteten Person auf der Grundlage der Ergebnisse ihrer genetischen Untersuchung die Empfehlung zu geben, dies selbst zu tun.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sieht \u00a7 69 GTG vor, dass eine genetische Analyse der Typen 2, 3 und 4 erst dann durchgef\u00fchrt werden darf, wenn die zu untersuchende Person schriftlich best\u00e4tigt hat, dass sie \u00fcber Art, Umfang und Bedeutung der Untersuchung aufgekl\u00e4rt wurde. <strong>Die Beratung nach der Untersuchung muss eine sachliche, umfassende Er\u00f6rterung der Testergebnisse und medizinischen Fakten sowie der m\u00f6glichen medizinischen, sozialen und psychologischen Auswirkungen umfassen.<\/strong> Liegt eine Veranlagung f\u00fcr eine Erbkrankheit mit schwerwiegenden k\u00f6rperlichen, psychischen und sozialen Auswirkungen vor, muss auch schriftlich auf die Zweckm\u00e4\u00dfigkeit einer zus\u00e4tzlichen nichtmedizinischen Beratung durch eine\/n Psycholog:in oder Psychotherapeut:in oder durch eine\/n Sozialarbeiter:in hingewiesen werden. Dar\u00fcber hinaus kann auf andere Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen verwiesen werden. Dennoch muss die beratungssuchende Person zu Beginn der Beratung dar\u00fcber informiert werden, dass sie jederzeit erkl\u00e4ren kann, dass sie das Ergebnis und die Folgen der genetischen Untersuchung nicht erfahren m\u00f6chte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie oben erw\u00e4hnt, regelt das GTG auch die Vorschriften f\u00fcr genetische Analysen zu wissenschaftlichen Zwecken (\u00a7\u00a066\u00a0GTG). Die darin festgelegte Hauptanforderung besagt, dass \u201e[g]enetische Analysen am Menschen f\u00fcr wissenschaftliche Zwecke und zur Ausbildung d\u00fcrfen nur an de-identifizierten Proben durchgef\u00fchrt werden. Nicht-genetische medizinische Daten, die mit genetischen Daten derselben Person verkn\u00fcpft werden sollen, m\u00fcssen dabei ebenfalls de-identifiziert werden\u201c (\u00a7 66 Abs. 1 GTG). <strong>Die Zuordnung dieser Daten zum jeweiligen Probengeber darf nur in Einrichtungen erfolgen, die \u00fcber eine gem\u00e4\u00df der DSGVO erforderliche g\u00fcltige Einwilligung der betroffenen Person (d. h. des\/der Patient:in \/Forschungsteilnehmer:in) f\u00fcr diese Zuordnung verf\u00fcgen<\/strong> (\u00a7 66 Abs. 1 GTG). Ergebnisse aus genetischen Analysen zu wissenschaftlichen Zwecken d\u00fcrfen nur dann verkn\u00fcpft oder ver\u00f6ffentlicht werden, wenn geeignete Ma\u00dfnahmen getroffen wurden, um sicherzustellen, dass der\/die Probengeber:in \u2013 abgesehen von der oben genannten Ausnahme (d. h., als der Probengeber seine Einwilligung erteilt hat) \u2013 nicht identifiziert werden kann (\u00a7 66 Abs. 2 GTG). Daher ist auch die genetische Risikokommunikation in einem solchen Umfeld grunds\u00e4tzlich nicht m\u00f6glich, es sei denn, die Person, deren Daten und Proben analysiert wurden, hat sich in Form einer Einwilligung nach Aufkl\u00e4rung ausdr\u00fccklich f\u00fcr den Erhalt solcher Informationen entschieden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>In \u00d6sterreich wird das Thema Gentests durch das Gentechnikgesetz (GTG) geregelt, das bestimmte Aspekte der genetischen Risikokommunikation in der klinischen Forschung und im wissenschaftlichen Umfeld regelt.<\/li>\n<li>69 GTG regelt die Aufkl\u00e4rung, Beratung und Einwilligung. Genetische Analysen der Typen 2, 3 und 4 erfordern, dass die zu untersuchende Person vor der Untersuchung \u00fcber Art, Umfang und Bedeutung der Analyse aufgekl\u00e4rt wird. Wird die genetische Analyse pr\u00e4natal durchgef\u00fchrt, muss die Aufkl\u00e4rung auch Informationen \u00fcber die Risiken der geplanten Untersuchung enthalten (\u00a7 69 Abs. 1 GTG). Zu Beginn dieser Beratung muss die zu untersuchende Person dar\u00fcber informiert werden, dass sie jederzeit erkl\u00e4ren kann, das Ergebnis und die Folgen der genetischen Analyse nicht erfahren zu wollen (\u00a7 69 Abs. 3 GTG);<\/li>\n<li>Die untersuchte Person muss \u00fcber unerwartete Ergebnisse informiert werden, die von unmittelbarer klinischer Bedeutung sind oder nach denen sie ausdr\u00fccklich gefragt hat. Hat die untersuchte Person nicht um solche Informationen gebeten, m\u00fcssen diese so mitgeteilt werden, dass sie bei der untersuchten Person keine Besorgnis ausl\u00f6sen; in Grenzf\u00e4llen k\u00f6nnen diese Informationen ganz unterbleiben (\u00a7 71 Abs. 4 GTG);<\/li>\n<li>70 GTG besagt, dass der\/die Arzt\/\u00c4rztin, der die Untersuchung durchgef\u00fchrt hat, der untersuchten Person empfehlen kann, genetische Untersuchungen bei betroffenen Verwandten weiterzuempfehlen, wenn die Ergebnisse auf eine m\u00f6gliche Gefahr f\u00fcr den betroffenen Verwandten hindeuten oder wenn eine Untersuchung eines Verwandten zur Interpretation der Ergebnisse erforderlich ist. Ansonsten hat jeder, der genetische Analysen durchf\u00fchrt oder veranlasst oder die daraus gewonnenen personenbezogenen Daten verarbeitet, diese Daten vertraulich zu behandeln (\u00a7 71 Abs. 1 GTG).<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #993300\"><strong>2. Weitere Ressourcen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzliche Ressourcen, die hilfreich sein k\u00f6nnten:<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rechtliches:<\/strong><\/p>\n<p><em>&#8211; Bundesgesetz, mit dem Arbeiten mit gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen, das Freisetzen und Inverkehrbringen von gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen und die Anwendung von Genanalyse und Gentherapie am Menschen geregelt werden (Gentechnikgesetz \u2013 GTG<\/em>). Available from: <a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=10010826\">RIS &#8211; Gentechnikgesetz &#8211; Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 14.08.2024 (bka.gv.at)<\/a> (accessed: 14\/08\/2024).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Bundeskanzleramt \u00d6sterreich \u2013 Bioethikkommission, <em>Stellungnahme der Bioethikkommission zu Gen und Genomtests im Internet<\/em>, 10.05.2010, available from: <a href=\"https:\/\/www.bundeskanzleramt.gv.at\/dam\/jcr:821b891a-4217-49e7-abb2-1effe6f3fc4a\/Stellungnahme_der_Bioethikkommission_zu_Gen-_und_Genomtests_im_Internet_vom_10._Mai_2010.pdf\">https:\/\/www.bundeskanzleramt.gv.at\/dam\/jcr:821b891a-4217-49e7-abb2-1effe6f3fc4a\/Stellungnahme_der_Bioethikkommission_zu_Gen-_und_Genomtests_im_Internet_vom_10._Mai_2010.pdf<\/a> (German only).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Other relevant document: <em>Stellungnahme der Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt zum Entwurf eines Bundesgesetzes, mit dem das Fortpflanzungsmedizingesetz, das Allgemeine b\u00fcrgerliche Gesetzbuch und das Gentechnikgesetz ge\u00e4ndert werden <\/em>(Fortpflanzungsmedizinrechts-\u00c4nderungsgesetz 2015 \u2013 FMedR\u00c4G 2015), available from: <a href=\"https:\/\/www.bundeskanzleramt.gv.at\/dam\/jcr:ecbae513-5ea7-4c76-867e-6316bff33baf\/FMedRAEG_2015.pdf\">https:\/\/www.bundeskanzleramt.gv.at\/dam\/jcr:ecbae513-5ea7-4c76-867e-6316bff33baf\/FMedRAEG_2015.pdf<\/a> (German only).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Bundesministerium f\u00fcr Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. (2008) <em>Gentechnikbuch: 1. Kapitel, Kriterienkatalog. Anforderungen an Veranlassung und Durchf\u00fchrung einer Genetischen Analyse im Sinne des \u00a7 65 Abs 1 Z 2,3 und 4 GTG (Typ 2,3, Und 4) und an eine Einrichtung gem\u00e4\u00df \u00a7 68 GTG, <\/em>available at: <a href=\"https:\/\/www.verbrauchergesundheit.gv.at\/Lebensmittel\/gentechnik\/rechtoe\/GTG\/gentechnikbuch__1__kapitel.pdf?9nbwax\">https:\/\/www.verbrauchergesundheit.gv.at\/Lebensmittel\/gentechnik\/rechtoe\/GTG\/gentechnikbuch__1__kapitel.pdf?9nbwax<\/a> (accessed: 24\/09\/2024).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anderes:<\/strong><\/p>\n<p>L Kalokairinou et al. Legislation of direct-to-consumer genetic testing in Europe: a fragmented regulatory landscape, in <em>Journal of Community Genetics 9 (117-132)<\/em> (2017), available from: <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s12687-017-0344-2\">https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s12687-017-0344-2<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n                    <\/div>\n                \n                            <\/div>\n\n\n\n            <div class=\"contentPart-sidebarDummy\"><\/div>\n        <\/div>\n\n    <\/div>\n\n\n    <div id=\"highlightsblock_da2e37ef5535711099bda051334ed8f2\" class=\"content-row content-row-highlights \">\r\n        <div class=\"contentPart-main contentPart-main-highlights trans \">\r\n            <div class=\"contentPart_inner contentPart_inner-highlights\">\r\n                <div class=\"highlights_inner\">\r\n                    <div class=\"text_highlights text1624\">\r\n                        <p><strong>Hinweis<\/strong>:\u00a0<em>Dieser Kommentar soll eine Zusammenfassung der wichtigsten ethischen und rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit den von interessierten Kreisen gestellten Fragen bieten und sie auf die einschl\u00e4gigen anwendbaren Rechtsvorschriften verweisen. Er schlie\u00dft jedoch die Lekt\u00fcre der offiziellen Rechtsquellen zu den in diesem Dokument behandelten Themen<\/em>\u00a0<em>sowie der von den Autor*innen zitierten Rechtsquellen nicht aus und stellt keine Rechtsberatung dar.<\/em><\/p>\n                    <\/div>\r\n                <\/div>\r\n            <\/div>\r\n\r\n            <div class=\"contentPart-sidebarDummy\"><\/div>\r\n        <\/div>\r\n    <\/div>\r\n\n\n    <div id=\"plain_textfieldblock_0bebba0dc4bef68cce9425fe436d284b\" class=\"content-row content-row-plain_textfield\">\r\n        <div class=\"contentPart contentPart-main contentPart-main-plain_textfield trans  \">\r\n            <div class=\"contentPart_inner\">\r\n                                    <div class=\"plain_textfield text1624 \">\r\n                        <p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Sek Ying Chair, et. al. The effects of decision aids for genetic counselling among people considering genetic testing: A systematic review, in <em>Journal of Clinical Nursing<\/em>, <em>32<\/em>(19-20), (2023), pp. 6796-6810, p. 6797.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <em>Bundesgesetz, mit dem Arbeiten mit gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen, das Freisetzen und Inverkehrbringen von gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen und die Anwendung von Genanalyse und Gentherapie am Menschen geregelt werden (Gentechnikgesetz \u2013 GTG<\/em>). Available from: <a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=10010826\">RIS &#8211; Gentechnikgesetz &#8211; Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 14.08.2024 (bka.gv.at)<\/a> (accessed: 14\/08\/2024).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> For the purposes of this document, when other sources are not referenced, the GTG as well as other Austrian Law acts were translated into English unofficially using <em>Google Translate<\/em> and\/or <em>DeepL Translate<\/em>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u00d6sterreichische Gesellschaft f\u00fcr Humangenetik. Formular Einverst\u00e4ndniserkl\u00e4rung zur Durchf\u00fchrung genetischer Untersuchungen, available from: <a href=\"http:\/\/www.oegh.at\/images\/stories\/oegh2021\/fb%20einverstaendniserklaerung%20allgemein_25.11.2020.pdf\">http:\/\/www.oegh.at\/images\/stories\/oegh2021\/fb%20einverstaendniserklaerung%20allgemein_25.11.2020.pdf<\/a> (accessed: 28\/08\/2024).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Listed on the <em>Genanalyseregister<\/em>, latest version dated July 2024, available here: <a href=\"https:\/\/www.verbrauchergesundheit.gv.at\/Lebensmittel\/gentechnik\/rechtoe\/GTG\/Genanalyse-Register_gem.___79_Abs._1_Z_1_GTG.pdf?9nybx3\">Genanalyse-Register_gem.___79_Abs._1_Z_1_GTG.pdf (verbrauchergesundheit.gv.at)<\/a> (accessed: 04\/09\/2024).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Gunda Schwaninger, et al. &#8222;The genetic counseling profession in Austria: Stakeholders\u2019 perspectives.&#8220;, in <em>Journal of Genetic Counseling<\/em> (30.3) (2021), pp. 861-871. Other professionals, however, may be \u201claboratory managers\u201d, as explained in article 68a.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Nikolaus Forg\u00f3 et al. Ethical and Legal Requirements for Transnational Genetic Research. (2010). C.H. Beck, Hart, Nomos, p. 36.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> <em>Ibidem,<\/em> p. 39.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> <em>Ibidem,<\/em> p. 39.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> <em>Ibidem,<\/em> p. 40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> See also Gabriele Satzinger. &#8222;Genetische Analysen-Die Rechtslage in \u00d6sterreich.&#8220;, in <em>Journal f\u00fcr Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie<\/em> 7.4 (2006), pp4-18.<\/p>\n                    <\/div>\r\n                            <\/div>\r\n            <div class=\"contentPart-sidebarDummy\"><\/div>\r\n\r\n        <\/div>\r\n    <\/div>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BBMRI.at Legal Helpdesk beantwortet eine Frage<\/p>\n","protected":false},"featured_media":17860,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"_coblocks_attr":"","_coblocks_dimensions":"","_coblocks_responsive_height":"","_coblocks_accordion_ie_support":"","footnotes":""},"categories":[321],"class_list":["post-17681","news-articles","type-news-articles","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-rechtliches"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Rechtliche Fragen &amp; Antworten: Richtlinien und politische Empfehlungen zur Kommunikation genetischer Risiken in der \u00d6ffentlichkeit? 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